LEDER – KENNEN & LIEBEN LERNEN

Unsere geliebte Lederhose hält ein Leben lang und verliert nie seinen Charme, solange wir darauf achten sie richtig zu pflegen und aufzubewahren. Die traditionelle Lederhose sollte nämlich nach ihrem Einsatz nicht nur ausgelüftet, sondern auch ordentlich gelagert werden, damit sie weiterhin ein „Hingucker“ bleibt. Es stellt sich nur die Frage: Warum und was hat es mit diesem „Stoff“ auf sich, dass es diese Zuwendung benötigt?

© Gerberei Kolesch Biberach

Wie wird Leder hergestellt?

Uns Lederhosen-Trägern ist natürlich klar, dass das echte Leder ein tierisches Produkt ist und von der Lederhaut der Tiere stammt – Lederhosen werden meist aus Hirsch-Leder hergestellt. Doch kaum jemandem ist bewusst, wie viele Arbeitsschritte erforderlich sind, bis aus der Tierhaut tatsächlich wunderschöne und andauernd haltbare Lederprodukte entstehen können. Denn zur Aufbereitung der Haut bedarf es einen aufwendigen Gerbprozess, bis es überhaupt “Leder” genannt werden kann.

– Der Begriff “Leder” definiert sich im Übrigen als „durch Gerbung haltbar gemachte Tierhaut“ –

Nachdem das Fell des deutschen, österreichischen oder neuseeländischen Hirschs im Äscher eingeweicht und gewässert wurde, wird die Haut maschinell oder auf dem Gerberbaum per Hand enthaart. Anschließend werden die Häute nochmals für einige Wochen in den Äscher gegeben. Je länger die Häute in der Grube liegen, desto weicher wird später das Leder. Bindegewebe und Nabenschichten können danach entfernt werden und der Gerber erhält reines aber noch nicht haltbar gemachtes Leder. Die Häute bezeichnet man nun als „Blößen“.

© Gerberei Kolesch Biberach

Nach aufwendigen Waschvorgängen der Blößen beginnt die eigentliche Gerbung, in dem das sämische Gerbverfahren angewendet wird. Bei diesem Verfahren, welches zahlreiche aufwendige Arbeitsschritte benötigt, wird das Hirschleder mit Dorschtran (Fettöl des Dorsches) gegerbt. Bei der Altsämischgerbung dauert das Verfahren bis zu ca. 1 Jahr. Bevor das nun erhaltene Leder in der BUAMAGWAND Lederhosenwerkstatt verarbeitet werden kann, wird es einseitig in alttraditioneller Bürstenfärbung gefärbt.

 

Die richtige Leder-Pflege

In unserer BUAMAGWAND Lederhosenwerkstatt nähen und gestalten wir nun mit dem frischen Leder nach Maß und individuellem Wunsch die Lederhose, von der echte bayerische Buam immer geträumt haben. Damit das Leder sich aber auch perfekt an die Körperform anpassen kann, sollte die Lederhose so oft wie möglich getragen werden und eher weniger im Schrank hängen bleiben. Muss die Lederhose nun aber doch mal im Kleiderschrank verweilen, ist es wichtig sie liegend aufzubewahren, da sich beim Aufhängen die Form des Leders leicht verziehen kann.

„LEDER LEBT“ und beweist auch noch nach einiger Zeit, dass es sich um ein Naturprodukt handelt, wodurch es aber nicht seine Ausstrahlung verliert, sondern eher noch an Charme gewinnt. Durch entstehende Falten und Gebrauchsspuren erhält die geliebte Lederhose erst den Charakter eines echten und authentischen Unikats. Doch Vorsicht bei Nässe und Feuchtigkeit: Hier besteht die Gefahr, dass das Leder aufgrund seines natürlichen Ursprungs anfängt zu schimmeln. Im Fall der Fälle sollte man also darauf achten, die Lederhose liegend, über einen längeren Zeitraum hinweg bei Raumtemperatur zu trocknen und dabei hin und wieder zu wenden. Die Heizung ist hierbei nicht unser Freund, denn Wärme lässt Leder härten und austrocknen.

Weiß man „wie das Leder tickt“, so steigt die Lederhose nicht nur in seiner Besonderheit, sondern es macht im Umgang damit gleich noch viel mehr Spaß.